Projekte

Dank finanzieller Förderung durch Drittmittelgeber wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Oberfrankenstiftung können die historischen Sammlungen der Staatsbibliothek kontinuierlich ausgebaut sowie ausgewählte Teilbestände wissenschaftlich erschlossen und im Internet bereitgestellt werden.

Katalog der illuminierten Handschriften und Drucke

Die Staatsbibliothek Bamberg verfügt über einen reichhaltigen Bestand an illuminierten Handschriften und Drucken des 15. und frühen 16. Jahrhunderts. Zahlreiche spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriften und Inkunabeln der Sammlung sind mit Buchmalerei ausgestattet, die überwiegend süddeutscher Herkunft ist; daneben sind aber auch Exemplare vorhanden, die aus anderen Regionen Deutschlands, aber auch aus Italien, Frankreich und den Niederlanden sowie Böhmen stammen.

Obwohl die Illuminationen vielfach von hoher künstlerischer Qualität und vielfältiger Aussagekraft sind, ist der Bestand der Wissenschaft bisher weitgehend unbekannt. Erst in den letzten Jahren hat die kunsthistorische Forschung überhaupt damit begonnen, sich verstärkt mit der malerischen Ausgestaltung von Handschriften dieser Umbruchszeit auseinanderzusetzen; die medienübergreifenden Zusammenhänge und Veränderungsprozesse sind dabei jedoch erst ansatzweise berücksichtigt worden, da eine systematische Aufarbeitung von illuminierten Drucken noch aussteht.

Die mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Jahr 2012 begonnene wissenschaftliche Bearbeitung des bedeutenden und vielfältigen Bamberger Bestands von knapp 200 Handschriften (einschließlich Fragmenten) sowie etwa 520 Drucken mit malerischer Ausstattung erfüllt ein lang gehegtes Desiderat. Ziel des Projektes ist es, die illuminierten Handschriften und Drucke kunsthistorisch gemäß den aktuellen Standards der wissenschaftlichen Katalogisierung zu beschreiben und damit für die weitere Forschung zu erschließen. Das Vorhaben lässt darüber hinaus differenzierte Erkenntnisse zur Organisation der Buchproduktion um 1500 im Allgemeinen und zum Verhältnis zwischen klösterlichen Skriptorien und städtischen Buchmalern im Besonderen erwarten.

Die Projektergebnisse werden in einem gedruckten Katalog und online über die Handschriftendatenbank Manuscripta Mediaevalia und den Inkunabelkatalog INKA sowie im Bamberger Katalog zugänglich gemacht. Für die illuminierten Handschriften des 8. bis 14. Jahrhunderts liegen bereits publizierte Beschreibungen vor, die ebenfalls mit Förderung durch die DFG erstellt wurden.

Für nähere Auskünfte zum Projekt wenden Sie sich bitte an die Direktion oder die Projektmitarbeiterin.

Graphiksammlung Joseph Hellers

Die Staatsbibliothek Bamberg beherbergt den Nachlass des Bamberger Kaufmanns, Kunstgelehrten und Sammlers Joseph Heller (1798–1849) geschlossen in ihren Beständen. Nach dem Tod Hellers, der heute in Fachkreisen aufgrund seiner in den 1820er Jahren einsetzenden, regen Publikationstätigkeit als einer der Pioniere der Kunstgeschichtsschreibung und der Dürer- und Cranachforschung im Speziellen gilt, erbte die damals Königliche Bibliothek seinen schriftlichen Nachlass, seine wertvolle Bibliothek (darunter einige hundert Handschriften und Inkunabeln) und seine Kunstsammlung. Letztere beinhaltet eine über Jahrzehnte akribisch zusammengetragene Graphiksammlung, die heute über die Hälfte des hauseigenen Graphikbestands ausmacht.

In dem Projekt „Die Graphiksammlung Joseph Hellers in der Staatsbibliothek Bamberg – Visualisierung und Vernetzung einer Sammlungsstruktur“, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 2017 fördert, liegt der Fokus auf einem Sammlungssegment, das u. a. Werke von Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä. / d. J. und Hans Holbein d. Ä. enthält. Prägende Besonderheit sind zahlreiche Kopien des 16. bis 19. Jahrhunderts, die Heller den Originalen beiordnete. Die oftmals zu vielen auf einen Bogen montierten Nachstiche/-schnitte sind Ausdruck der fortdauernden Vermarktbarkeit im internationalen Kontext sowie seiner einzigartigen Sammelleidenschaft. Zeitlebens unterhielt Heller Kontakt mit namhaften Kunsthändlern und -sammlern, erstellte handschriftliche Zusätze und listete die bereits zusammengetragenen Werke ebenso wie welche, die er noch nicht erwerben konnte, in kunsthistorischen Publikationen.

Im Rahmen des Projekts wird das prototypisch ausgewählte Konvolut hochauflösend digitalisiert und nach kooperativ entwickelten Erschließungs- und Digitalisierungsstandards sowie Empfehlungen des internationalen Arbeitskreises Graphik vernetzt erfasst. Die Verknüpfung mit bibliotheksüblichen Beständen, Manuskripten und Archivalien wird durch eine Neuerstellung des Suchservers sowie der lokalen Recherche- und Präsentationsoberfläche erreicht. Ziel ist es, die Geschichte der Heller-Sammlung, deren Ordnungssystematik und die feinteiligen Verquickungen zwischen den Objekten aus unterschiedlichsten Bestandsgruppen für externe Nutzer und Forscher zugänglich zu machen.

Über die Erfassung im lokalen Repositorium hinaus werden die tiefenerschlossenen Blätter in die leistungsstarke und internationale Verbunddatenbank Graphikportal integriert, die vom Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (DDK) aufgebaut wurde. Diese Plattform des Projektpartners bietet die Möglichkeit alle Abzüge einer Druckplatte miteinander recherchierbar zu machen. Als Hilfsmittel dienen bibliothekarische Verfahren wie die Verknüpfung mit der Gemeinsamen Normdatei (Personen, Institutionen, Orte, Werktitel) ebenso kunsthistorische Referenzierungsmöglichkeiten wie Iconclass.

Für nähere Auskünfte zum Projekt wenden Sie sich bitte an die Direktion oder die Projektmitarbeiterinnen.

Franken-Ansichten

Das Gemeinschaftsprojekt der Staatsbibliothek Bamberg und der Verbundzentrale des Bibliotheksverbundes Bayern wird von der Oberfrankenstiftung gefördert und hat zum Ziel, die reichen Bestände der Staatsbibliothek Bamberg an historischen Orts- und Regionalansichten einem breiten Publikum im Internet zu präsentieren.

Der geographische Fokus liegt auf Oberfranken und Bamberg, zeitlich ist der Bogen weit gespannt mit einem Schwerpunkt auf Ansichten, Bildern und Fotos des 19. Jahrhunderts. Der Zugriff mittels einer virtuellen Karte wird es dem Nutzer ermöglichen, die jeweils zu einem Ort oder Bauwerk vorhanden Bilder aufzurufen. Alle Bilder werden mit Daten aus der Gemeinsamen Normdatei (GND) angereichert und kunsthistorisch erschlossen.

Die ersten Projektergebnisse sollen Mitte 2019 sichtbar gemacht werden. Ein sukzessiver Ausbau des Angebots ist geplant. Für nähere Auskünfte zum Projekt wenden Sie sich bitte an die Direktion oder die Projektmitarbeiterin.

E.T.A. Hoffmann-Portal

Die Staatsbibliothek Bamberg besitzt neben der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz die weltweit größte Sammlung zu dem romantischen Schriftsteller, Zeichner und Komponisten E. T. A. Hoffmann (1776–1822), der von 1808 bis 1813 in der fränkischen Bischofsstadt lebte.

Die Autographen, Zeichnungen und Musikalien E. T. A. Hoffmanns im Bestand der Staatsbibliothek Bamberg sind bereits vollständig digitalisiert und in Kalliope, der nationalen Datenbank für Nachlässe und Autografe, erschlossen. Alle Werke sind im Rahmen der Bamberger Schätze frei zugänglich.

Das E.T.A. Hoffmann-Portal der Staatsbibliothek zu Berlin verbindet die Bamberger Materialien mit Beständen andererer Institutionen. Das bislang einzigartige Angebot ermöglicht übergreifende Recherchen über unterschiedliche Kataloge, Datenbanken und Bibliografien. Dadurch eröffnet es einen vielseitigen und umfassenden Zugang zum Leben und Werk E. T. A. Hoffmanns. Ein literarischer Stadtrundgang durch Bamberg wird ebenso geboten wie Anregungen für die Vermittlung von Hoffmanns Werken im Unterricht.

Für nähere Auskünfte zum Projekt wenden Sie sich bitte an die Direktion oder die Berliner Arbeitsstelle.

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