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Aktuelles und Termine

Montag, 20. März 2017 Aktuelles
Bamberger Zeichnungen neu erworben und digitalisiert

Nach langjährigen Bemühungen konnten 2016/17 vier inhaltlich wertvolle und qualitativ hochwertige Originalzeichnungen aus der Ingenieur- und Zeichenakademie des Leopold Westen erworben werden.
 
Der RSS-Feed der Staatsbibliothek Bamberg präsentiert Ihnen hier diese und weitere Neuzugänge der Bamberger Schätze.


Die vier Graphiken fügen sich in den einschlägigen Bestand der Staatsbibliothek Bamberg, der bereits durch Bernhard Schemmel 1986 hier publiziert wurde. Besonders der Situationsplan Bambergs und Umgebung um 1800 (VIII G 64) schließt hier eine Bestandslücke, wie auch der Plan des Benediktinerklosters Michelsberg und der Probstei St. Getreu kurz vor der Säkularisation (VIII G 62).

Leopold Westen (1750-1804), gefördert von Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal, eröffnete am 15. Dezember 1794 im Hochzeitshaus eine Ingenieur- und Zeichenakademie. Er fungierte zugleich als Lehrer an der Bamberger Universität. In der bayerischen Zeit wurde die Institution als Zeichenschule bzw. Gewerbeschule, auch für den Sonn- und Feiertagsunterricht, weitergeführt und dem Gymnasium angeschlossen. Aus ihr entwickelte sich später die (Ober-)Realschule, das heutige Clavius-Gymnasium. Leiter waren nach Westen dessen Schwager Adalbert Philipp Sensburg, ab 1824 Martin Joseph von Reider. Für freies Handzeichnen waren Ludwig Neureuther und Sebastian Scharnagel eine Zeitlang zuständig.

Allerdings hatte das freie Zeichnen weniger Eigenwert gegenüber dem mehr technischen; angesprochen waren in erster Linie Handwerker. In der Ausführung sind Kupferstich und Handzeichnung kaum zu unterscheiden. Die Arbeiten sind an einer gewissen sterilen Manier zu erkennen, die Probearbeiten für eine Ausstellung im Hochzeitshaus überdies an der Namensleiste mit Jahreszahl. Einzelne Künstlerpersönlichkeiten entwickelten sich eigenständig, so der Illustrator Johann Caspar Weinrauch und der Architekt Daniel Joseph Ohlmüller.

Viele der Pläne und Ansichten haben heute noch dokumentarische Bedeutung, für die Baukunst (anfangs auch militärisch), das Vermessungswesen und die Topographie.

 

 


Aufnahme des Klosters Michaelsberg (VIII G 62).

Situationsplan Bambergs und Umgebung um 1800 (VIII G 64).

Büger Hut gegen Bamberg (VIII G 63).

Michelsberger Fischershof (VIII G 65).