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Bedeutung und Geschichte

Petrus Lombardus in historisierter Initiale als Schreiber dargestellt (Msc.Patr.120, fol. 3r).

Im Rahmen der Bamberger Schätze macht die Staatsbibliothek Bamberg seit 2011 suk­zes­si­ve ihre reichen Handschriftenbestände digital zugänglich. In Bayern gehört diese Sammlung nach der der Bayerischen Staatsbibliothek München zu den bedeutendsten.

Sie geht auf die Stifts- und Klosterbibliotheken des ehemaligen Hochstifts Bamberg zurück. 1802/1803 säkularisiert, wurden sie mit der Bibliothek der aufgelösten Universität Bamberg vereinigt. Sechs herausragende frühmittelalterliche Handschriften, darunter fünf Prachthandschriften aus dem Bamberger Domschatz und die Handschrift des Heliand aus der Dombibliothek, wurden der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek zugewiesen. Sie werden hier nicht berücksichtigt.

Dies gilt - mit einigen Ausnahmen wie beispielweise dem Lorscher Arzneibuch -  ebenso für den hochbedeutenden Grundstock der Sammlung. Alle 165 Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg, die auf das 5. bis frühe 11. Jahrhundert datiert werden und somit nachweislich oder mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Bistumsgründer Kaiser Heinrich II. (gest. 1024) zurückgehen, sind in einem eigenen Portal einsehbar.

 

Sachliche Gliederung

Die Aufstellung der Handschriften erfolgte im 19. Jahrhundert nach Sachgebieten. Den sprechenden Signaturen wird zur Unterscheidung von teilweise ähnlichen Druckschriftensignaturen „Msc.“ vorangestellt. Der erste Bibliothekar der damaligen Kgl. Bibliothek, Heinrich Joachim Jaeck, trug (auch aus Archivalien) eine eigene Bambergensiensammlung zusammen. Sie ist ebenfalls sachlich gegliedert (RB.Msc., Msc.Misc.). 

Einen eigenen Bestand trug der Sammler und Grafikkenner Joseph Heller zusammen; er ist ebenfalls sachlich gegliedert (JH.Msc.). Von der Zahl her klein, aber fein, ist die Sammlung des Privatgelehrten Emil Frhr. Marschalk von Osthheim (MvO.Msc.). Die Handschriften des Historischen Vereins Bamberg, ein Depositum, sind aus einem größeren, ursprünglich sachlich geordneten Komplex mit Archivalien herausgelöst (HV.Msc.).

 

Erschließung

Die Erschließung der Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg in gedruckter Form beginnt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Bibliothekar Heinrich Joachim Jaeck. Der bis heute gültige Katalog, erarbeitet von den  Bibliothekaren Friedrich Leitschuh und Hans Fischer, erschien zwischen 1895 und 1908; Fridolin Dressler ergänzte ihn 1966 durch die Erfassung von Neuzugängen. Die Handschriftensammlungen von Joseph Heller und Emil Frhr. Marschalk von Ostheim sowie die des Historischen Vereins sind in gesonderten Katalogen verzeichnet.

Die Miniaturhandschriften werden im Rahmen eines laufenden DFG-Projektes ikonographisch erschlossen. Die Kataloge der illuminierten Handschriften des 8. bis 12. Jahrhunderts, bearbeitet von Gude Suckale-Redlefsen, erschienen 1995 und 2004. Alle genannten Handschriftenkataloge liegen hier vollständig digitalisiert und im Volltext durchsuchbar vor. Der von Karl-Georg Pfändtner und Stefanie Westphal verfasste Katalog der Miniaturhandschriften des 13. und 14. Jahrhunderts erschien 2015. Sämtliche Katalogisate dieses jüngsten Katalogs sind (in vorläufiger Fassung) über  Manuscripta Mediaevalia zugänglich. 

   

Katalogbeschreibungen

Wie bei der Kaiser-Heinrich-Bibliothek wird zu fast allen Digitalisaten die zugehörige Beschreibung des Handschriftenkatalogs der Staatsbibliothek Bamberg angeboten, den Friedrich Leitschuh und Hans Fischer von 1895 bis 1908 veröffentlichten. Dieses Katalogwerk bietet nach wie vor einen hervorragenden Überblick über die Handschriftensammlung. Bei illuminierten Handschriften, die vor dem 15. Jahrhundert entstanden sind, können zusätzlich noch die Beschreibungen aus den ikonographischen Katalogen von Gude Suckale-Redlefsen (1995 und 2004) sowie Georg Pfändtner und Stefanie Westphal (2015) aufgerufen werden.

   

Forschungsdokumentation

Für die Forschungsdokumentation finden all diejenigen Erwähnungen Bamberger Bestände in der wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Literatur Berücksichtigung, die der Staatsbibliothek Bamberg bekannt werden. Dies reicht von der kurzen Nennung in einer Fußnote über den Aufsatz bis hin zur Monographie. Nicht berücksichtigt werden hingegen Publikationen, die Abbildungen Bamberger Handschriften lediglich mit schmückender Absicht verwenden, im Text also keinen Bezug auf diese Handschrift nehmen. Die Daten werden in einer Offline-Datenbank laufend gepflegt und in Abständen von rund sechs Monaten in die Online-Version überspielt.

   

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