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Auswahl, Datierung und Lokalisierung der Handschriften

Die Staatsbibliothek Bamberg besitzt insgesamt rund 1.000 mittelalterliche Handschriften. Für das Digitalisierungsprojekt wurden davon neben den rund 40 Handschriften, die nachweislich auf Heinrich II. zurückgehen, auch diejenigen berücksichtigt, bei denen es von der Datierung her wahrscheinlich ist, dass sie von diesem Kaiser (gest. 1024) nach Bamberg gestiftet wurden. Dabei wurde bewusst großzügig verfahren: So fanden beispielsweise Handschriften mit einer Datierung auf die 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts oder auf das 1. Drittel des 11. Jahrhunderts Aufnahme in das Projekt, solche mit einer Datierung auf das 2. Viertel des 11. Jahrhunderts oder auf die Mitte des 11. Jahrhunderts hingegen nicht.

Nun ist die Frage der Datierung der einzelnen Handschriften in der Forschung oft sehr umstritten. Da es aber nicht Aufgabe des Projektes sein soll und kann, sich in diese Forschungskontroversen zu verstricken oder sie gar zu lösen, wurde ein strikt formales Vorgehen gewählt:

Für die Datierung (und auch für die Lokalisierung) wurde zunächst der jüngste der Kataloge zum Bamberger Handschriftenbestand herangezogen (Suckale-Redlefsen 2004). Für die dort nicht angeführten Handschriften wurde der zweitjüngste Katalog (Bischoff 1998) konsultiert und die dortigen Datierungen (und Lokalisierungen) übernommen. Schließlich fand noch der Katalog von Hoffmann (1995) Berücksichtigung; es wurden all diejenigen dort verzeichneten Handschriften für das Projekt ausgewählt, die in den beiden anderen Katalogen nicht aufgeführt sind, nach der Datierung Hoffmanns jedoch durchaus zur Bibliothek Heinrichs II. gehört haben können. Diese rein formalen Kriterien gewährleisten, dass angesichts der oft strittigen und unsicheren Datierungen die Handschriftenauswahl für das Projekt möglichst weitmaschig vorgenommen wurde.

Die Zuordnung der Skriptorien zu Ländern für den systematischen Zugriff erfolgte auf der Grundlage der heutigen politischen Grenzen ohne Berücksichtigung der – über die Jahrhunderte oft sehr schwankenden – historischen Entwicklung.

Die Codices wurden grundsätzlich komplett digitalisiert, um den Gesamtkontext nicht zu zerstören. Bei einigen wenigen Sammelhandschriften führt dies dazu, dass neben den älteren Beibänden auch solche Beibände in der „Kaiser-Heinrich-Bibliothek“ Aufnahme fanden, die aufgrund ihres relativ jungen Alters definitiv nicht auf Heinrich II. zurückgehen können.

Die Sortierung der Handschriften innerhalb der vier verschiedenen Ordnungsmöglichkeiten (1. alle Handschriften, 2. nach Datierung, 3. nach Signaturen, 4. nach Skriptorien) erfolgt alphabetisch nach Autoren bzw. Titeln. Die Suche nach Signaturen ist leicht über die Suchfunktion des Browsers möglich.