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Mit dem Fernrohr in E. T. A. Hoffmanns Werkzeugkasten – Schreibworkshops

Mittwoch, 19. Oktober 2022, 11:00 Uhr und 15:00 Uhr

Schreiben muss nicht zwangsläufig eine einsame Tätigkeit sein. Das zeigen die beiden jeweils zweistündigen Schreibworkshops. Die Schriftstellerin Lea Schneider gibt gemeinsam mit ihrem Kollegen Tillmann Severin den Rahmen vor, in dem die Kursteilnehmer als Gruppe einen neuen Text verfassen. Als Werkzeug dienen die vorab vermittelten Methoden des kollaborativen Schreibens.

Karikierende Darstellung einer märkischen Bauerngesellschaft. Federzeichnung von E. T. A. Hoffmann mit Textergänzung durch Carl Adolph Wilke, Berlin, 1818 | SBB, I T 80b

Karikierende Darstellung einer märkischen Bauerngesellschaft. Federzeichnung von E. T. A. Hoffmann mit Textergänzung durch Carl Adolph Wilke, Berlin, 1818 | SBB, I T 80b

Die Workshops sind kostenfrei, allerdings ist eine Anmeldung über die VHS Bamberg Stadt notwendig. Der Vormittagskurs startet um 11:00 Uhr, der Nachmittagskurs um 15:00 Uhr.

Bitte bringen Sie ein internetfähiges Tablet, Notebook oder Smartphone mit. Sollte aufgrund der zum Veranstaltungszeitpunkt herrschenden Pandemielage keine Präsenzveranstaltung möglich sein, findet der Kurs online als Zoom-Meeting statt.

Auch der romantische Universalkünstler E. T. A. Hoffmann schrieb seine Erzählungen nicht nur allein, sondern auch zusammen mit Freunden. Aber wie funktioniert das: Zusammen einen literarischen Text schreiben?

Als Grundlage wird ein Hoffmann’scher Textauszug dienen. So soll sichtbar werden, dass Hoffmanns 200 Jahre altes Werk noch lebendiger wird, wenn man es nicht als unantastbaren Klassiker betrachtet, sondern es weiterspinnt. Schreiben ist kein Genieakt, sondern bedeutet Lust und Arbeit am Text, der ganz im Sinne Hoffmanns in der Zusammenarbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsteht. Am Ende des Workshops nehmen alle ein Exemplar der gemeinsam verfassten Zeilen mit nach Hause. Vorkenntnisse sind nicht nötig!

Lea Schneider lebt nach längeren Aufenthalten in China und Taiwan als freie Autorin, Übersetzerin und Kritikerin in Berlin. Ihre literarische Arbeit bewegt sich zwischen Lyrik, Essay und Übersetzung, aber am liebsten vermischt sie alle drei Formen zu etwas Neuem. An der Freien Universität Berlin forscht sie zu Radikaler Verletzbarkeit als Schreibstrategie in der Gegenwartsliteratur. Für ihre Übersetzungen von chinesischer Gegenwartslyrik ins Deutsche wurde sie mit einem Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds und dem Poetry East West Translation Award ausgezeichnet; für ihre eigenen Werke erhielt sie u. a. den Dresdner Lyrikpreis und den Kunstpreis Berlin. Zuletzt erschienen vor ihr die Titel „made in china“ und „Scham“.

Tillmann Severin lebt und arbeitet als Autor, Übersetzer und Verleger in Berlin. Er studierte Komparatistik in München und St. Petersburg sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Severin schreibt Lyrik und Prosa und übersetzt Lyrik aus dem Russischen. 2021 wurde er mit dem Bode-Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds und mit dem Neustart-Kultur-Stipendium der VG-Wort ausgezeichnet. Zuletzt erschien in Zusammenarbeit mit Lea Schneider das E-Book „O0“.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes Unheimlich Fantastisch – E. T. A. Hoffmann 2022.

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