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Weihejubiläum von Sankt Stephan thematisiert die Bamberger Apokalypse

Im Jahr 2020 feiert die Bamberger Stephanskirche ihr 1000-jähriges Weihejubiläum. Aus diesem Anlass organisiert die Kirchengemeinde eine Fülle von Veranstaltungen. Drei davon rücken mit der Bamberger Apokalypse das Weihegeschenk Kaiser Heinrichs II. für die Stephanskirche in den Mittelpunkt.

Autorenbild in der Bamberger Apokalypse | SBB, Msc.Bibl.140, Bl. 1r

Autorenbild in der Bamberger Apokalypse | SBB, Msc.Bibl.140, Bl. 1r

„Das Jubiläum soll dabei keine alleinige Sache der Kirchengemeinde sein. Wir laden die gesamte Stadt dazu ein“, betonte Pfarrer Walter Neunhoeffer bei der Vorstellung des Programms 1000 Jahre – 1000 Begegnungen. Offizieller Auftakt für das Jubeljahr ist der Festgottesdienst am 19. Januar 2020, in dessen Anschluss zwei Ausstellungen in der Stephanskirche und im Stephanshof eröffnet werden, auf die wir Sie gerne hinweisen möchten:
Die Ausstellung zur Bamberger Apokalypse zeigt in Faksimile-Blättern äußerst expressive und dramatische Buchmalerei, die um 1010 auf der Reichenau geschaffen wurde. Die berühmte Handschrift der Geheimen Offenbarung des Johannes, die in das Weltdokumentenerbe „Memory of the World“ der UNESCO eingetragen ist, wird heute in der Staatsbibliothek aufbewahrt. Sie kam ursprünglich als Weihegeschenk Kaiser Heinrichs II. für die Stephanskirche nach Bamberg.
In einer zweiten Ausstellung sind Bilder aus dem zeitgenössischen Apokalypse-Zyklus der Malerin Anne Olbrich (Ebern) zu sehen.

Einen Vortrag zur Bamberger Apokalypse bietet Prof. Dr. Stephan Albrecht am Freitag, den 24. Januar 2020, um 19:00 Uhr im Stephanshof, Stephansplatz 5, 96049 Bamberg. Stephan Albrecht von der Universität Bamberg, dessen Forschungsschwerpunkte unter anderem in den Bereichen Stadtbaugeschichte, mittelalterliche Skulptur und Architektur liegen, gibt Einblicke in die Geschichte der Bamberger Apokalypse. Das Buch ist in vieler Hinsicht ungewöhnlich: Es besitzt eine beeindruckende Vielfalt an Illuminationen zu einem in dieser Zeit selten dargestellten Thema. Der Vortrag widmet sich vor allem der Bildsprache. Wie ist der Text ins Bild umgesetzt? Wie beziehen sich die Bilder aufeinander? Welche erzählerische Funktion haben die Rahmen, die Bildgründe, die Gesten der Figuren? Welche Rolle spielen die Bilder in einer klerikalen Gesellschaft, die das Wort in den Mittelpunkt stellt?

Die Staatsbibliothek Bamberg gratuliert der Stephansgemeinde zum Jubiläum und wünscht für das vielseitige Programm regen Zuspruch und gutes Gelingen!

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