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Ecclesia und Synagoga – Antijüdische Bildtraditionen in der christlichen Kunst des Mittelalters

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Dr. Birgit Kastner, Hauptabteilungsleiterin Kunst und Kultur im Erzbistum Bamberg, setzt sich mit antijüdischen Bildtraditionen in der christlichen Kunst des Mittelalters auseinander.

Darstellung von Synagoge und Ecclesia am Fürstenportal des Bamberger Doms. Fotografie | SBB, V G 1512

Darstellung von Synagoge und Ecclesia am Fürstenportal des Bamberger Doms. Fotografie | SBB, V G 1512

Die beiden Frauenfiguren Ecclesia und Synagoga sind als Personifikationen des Christentums und des Judentums an zahlreichen Portalen hochmittelalterlicher Kathedralen zu finden. Die Kunstgeschichte lobte über Jahrhunderte ihre Schönheit, doch zeigt sich bei genauem Hinsehen auch, dass hinter dieser Bildtradition eine lange Geschichte herabwürdigender Darstellungen von Juden in der christlichen Kunst steckt. In Straßburg und Bamberg wird derzeit über Erklärung und Vermittlung theologischer und geschichtlicher Hintergründe dieses Figurenpaares für den heutigen Betrachter nachgedacht. Um dieses Erbe antijüdischer Bilder zu verstehen, lohnt der Blick auf die Entwicklung der ikonographischen Tradition, die vor allem in illuminierten Handschriften überliefert ist. Die Referentin erläutert anhand ausgewählter Illustrationen aus Handschriften und Inkunabeln der Staatsbibliothek Bamberg symbolische Bildaussagen und ihre zeitgeschichtliche Bedeutung.

Dr. Birgit Kastner ist seit 2020 Ordinariatsrätin und Hauptabteilungsleiterin Kunst und Kultur im Erzbistum Bamberg. Als Kunsthistorikerin mit langjähriger Erfahrung in der Erwachsenenbildung und universitären Lehre liegt ihr die Vermittlung des kulturellen Erbes aus über 1000 Jahren Bistumsgeschichte besonders am Herzen. Neben Dom und Domschatz zählen dazu auch die Sammlung des Diözesanmuseums vom Mittelalter bis heute, die historischen Buchbestände der Bibliothek des Metropolitankapitels und die Kunstdenkmalpflege im Erzbistum Bamberg. Insbesondere möchte die Dozentin Dimensionen des Zeitbezugs, der Relevanz und Bedeutung sakraler Kunst und Architektur zeigen.

Der Vortrag eröffnet die kostenfreie Online-Vortragsreihe Bamberger Buch-Geschichten. Von Oktober 2021 bis Februar 2022 erzählen insgesamt dreizehn Referentinnen und Referenten immer dienstags, in der Regel um 19:00 Uhr, Geschichten über Bücher und andere in Bibliotheken verborgene Schätze.

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