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Dämmerungen – Szenisches Konzert mit dem Ensemble nonoise

1., 2. und 3. Oktober 2022, 19:00 Uhr

Das Ensemble nonoise lauscht dem Echo E. T. A. Hoffmanns nach, ob musikalisch, szenisch oder als Rauminstallation, wird jeder Gast für sich selbst herausfinden. Eine Möglichkeit dazu bieten drei Aufführungen im Lesesaal der Staatsbibliothek.

Selbstbildnis als Kapellmeister Johannes Kreisler in Haustracht. Federzeichnung mit Deckfarbenmalerei von E. T. A. Hoffmann, Berlin, 1815 | SBB, I R 65

Selbstbildnis als Kapellmeister Johannes Kreisler in Haustracht. Federzeichnung mit Deckfarbenmalerei von E. T. A. Hoffmann, Berlin, 1815 | SBB, I R 65

„Dämmerungen“ ist ein Beitrag des Projekt-Ensembles nonoise zum E. T. A. Hoffmann-Jahr 2022. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen des Bamberger Komponisten Jochen Neurath. Frank Düwel verantwortet die szenische Einrichtung.

Im Lesesaal sind die Mitwirkenden um die Zuhörer herum im Raum verteilt. Die Grenze zwischen Publikum und Künstlern verschwimmt. Die Geister, die in den Büchern der Bibliothek bewahrt sind, treten in den Raum, werden zu Geräuschen, Klängen, schließlich zu Gestalten. Aber sind sie wirklich? Sind sie Einbildung? Wohin führen sie uns? Wir antworten mit leisesten Tönen, um diese ungreifbare Welt nicht zu stören, sie zu uns sprechen zu lassen.

Für die Darsteller ist der Autor E. T. A. Hoffmann zunächst ebenso weit entfernt wie für die Gäste. Alltägliche leise Geräusche schaffen eine Klangwelt, die der Hörer sofort nachvollziehen kann. Sobald diese eine Eigengesetzlichkeit entwickelt, wird er so in eine Welt mitgenommen, in der neben Anspielungen an vertraute Musik auch Klänge der Neuen Musik selbstverständlich ihren Platz haben. Wolfgang Amadeus Mozart und Robert Schumann, Vorbilder für Hoffmann bzw. dessen Enthusiasten, klingen ebenso an wie Klanggebilde, deren Herkunft und Bedeutung sich nicht eindeutig zuordnen lassen. Ein Pianist und dezente Toneinspielungen sind mit dieser Ebene betraut. Durch die Beschränkung auf sehr leise und oft von Stille durchzogene Texturen wird die Aufmerksamkeit auch auf den Raum gelenkt, der hier eigenständiger Mitspieler wird, sowie auf die ausführenden Menschen darin, deren Präsenz durch subtile szenische Gestaltung ebenfalls eine durchgearbeitete künstlerische Ebene bildet. Das Erleben des Raumes wird gegen Ende durch dezente Lichtführung zu einer synästhetischen Klimax der durchgehend sparsamen Mittel.

Samstag, 1. Oktober 2022, 19:00 Uhr
Sonntag, 2. Oktober 2022, 19:00 Uhr
Montag, 3. Oktober 2022, 19:00 Uhr

Der Eintritt ist frei. Karten können mit einer E-Mail an nonoise@gmx.de reserviert werden.

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