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Caspar Eder – Ein Geheimkanzlist als Fächerzeichner

Dienstag, 14. Dezember 2021, 19:00 Uhr

Zum Online-Vortrag

Fächer des fränkischen Rokokos stellt Ulrike Carvajal M. A. vor. Besonderer Augenmerk liegt auf einem Werk „fait avec la plume de J. Caspar Eder à Bamberg“.

Faltfächer mit Allegorien der vier Elemente im chinesischen Stil. Federzeichnung auf Ziegenleder von Johann Caspar Eder. Bamberg, um 1770 | SBB, I P 60k

Faltfächer mit Allegorien der vier Elemente im chinesischen Stil. Federzeichnung auf Ziegenleder von Johann Caspar Eder. Bamberg, um 1770 | SBB, I P 60k

Die Staatsbibliothek Bamberg bewahrt ein einzigartiges Ensemble aus der Zeit des ausklingenden Rokokos, bestehend aus einem hervorragend erhaltenen Faltfächer mit federgezeichneten Chinoiserien und filigranem Elfenbeingestänge sowie aus weiteren dekorierten Fächerblättern desselben Künstlers in unterschiedlichen Fertigungsstadien. Während die Betrachtung der mit zartem Federstrich ausgeführten detailreichen Zeichnungen interessante Aufschlüsse über deren Vorlagen bietet und ein Blick durch die Lupe auf die Materialität der Objekte erstaunliche Erkenntnisse über die Herstellungsprozesse spätbarocker Faltfächer offenbart, ermöglichet das Stöbern in Archivalien sowie zeitgenössischer Bamberg-Literatur die Begegnung mit einer ganz besonderen Bamberger Persönlichkeit – dem hochfürstlich-bambergischen Geheimkanzlisten und Fächerzeichner Johann Caspar Eder.

Fächer bezauberten im 18. Jahrhundert durch ihre elfenhafte Fragilität, ihre spielerische Wandlungsfähigkeit, das sinnliche Zusammenspiel unterschiedlicher Materialien und Kunsttechniken sowie die zartfarbige Vielfalt ihres Bilderschmucks. Während Damen aus ganz Europa sich mit den hochgeschätzten Objekten aus Frankreich oder England schmückten, entstanden auch in deutschsprachigen Regionen recht anspruchsvoll dekorierte Objekte.

Ulrike Carvajal M. A. studierte Kunstgeschichte in Braunschweig, Straßburg und Bamberg. Ihr Fachgebiet ist die Tafel- und die Buchmalerei der Spätgotik und der Frührenaissance. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die fränkische und vor allem die nürnbergische Buchmalerei sowie die malerische Ausstattung von Inkunabeln. Seit August 2017 ist sie Mitarbeiterin am DFG-Projekt Die spätmittelalterlichen illuminierten Handschriften und Drucke des 15. und frühen 16. Jahrhunderts der Staatsbibliothek Bamberg. Die Kunsthistorikerin beschäftigt sich außerdem mit historischen Textilien. In ihrer Masterarbeit befasste sie sich mit der Ornamentik spätmittelalterlicher italienischer Seidengewebe. Die Auseinandersetzung mit den Fächerzeichnungen des bambergischen Geheimkanzlisten Johann Caspar Eder führten sie in die modische Welt des fränkischen Rokokos.

Dieser Vortrag ist der neunte innerhalb der dreizehnteiligen kostenfreien Online-Vortragsreihe Bamberger Buch-Geschichten. Von Oktober 2021 bis Februar 2022 erzählen Referentinnen und Referenten immer dienstags, in der Regel um 19:00 Uhr, Geschichten über Bücher und andere in Bibliotheken verborgene Schätze.

Zur Teilnahme benötigen Sie nur einen Internetzugang vom heimischen PC, Tablet oder Smartphone. Sie können den Vortrag über das kostenfreie Videokonferenzsystem Zoom verfolgen, entweder mit der entsprechenden App oder Ihrem Browser. Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit den Datenschutzrichtlinien einverstanden. Es ist geplant, diesen Vortrag aufzuzeichnen und anschließend auf dem YouTube-Kanal der Bayerischen Staatsbibliothek online zu stellen.

Online unter bsb.bayern/sbbvortrag
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Meeting-ID: 960 499 6049

Per Telefon unter 0960 499-6049
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