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Albrecht Pfister and the Earliest Printed Books in German from Bamberg

Dienstag, 2. November 2021, 15:30 Uhr

Zum Online-Vortrag

Bibliotheksdirektorin Prof. Dr. Bettina Wagner und Alyssa Steiner M.St. von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg Bamberg befassen sich gemeinsam in ihrem auf Englisch gehaltenen Vortrag mit dem Bamberger Drucker Albrecht Pfister.

Fragment der 36zeiligen Bibel, eines der ältesten Drucke überhaupt. Mainz oder Bamberg, um 1458 | SBB, Inc.typ.A.VIII.9(2, Bl. 1r

Fragment der 36zeiligen Bibel, eines der ältesten Drucke überhaupt. Mainz oder Bamberg, um 1458 | SBB, Inc.typ.A.VIII.9(2, Bl. 1r

Pfister war ein Pionier: Als erster verwendete er Holzschnitte zur Illustration deutschsprachiger Bücher, die er mit beweglichen Metall-Lettern auf einer Druckerpresse herstellte. Pfister kombinierte so die Drucktechnik, die Johannes Gutenberg erfunden hatte, mit dem älteren Verfahren, Abzüge von Holztafeln anzufertigen. Die nötigen Drucktypen übernahm er aus der Werkstatt Gutenbergs. Schon Ende der 1450er Jahre wurden sie in Bamberg für eine Neuauflage der lateinischen Bibel (der zweiten nach Gutenbergs eigener Ausgabe) benutzt.

Anders als Gutenberg datierte und signierte Pfister seine Werke. Am 14. Februar 1461 erschien in Bamberg seine Ausgabe des „Edelstein“, einer Fabelsammlung von Ulrich Boner. Wenig später folgten biblische Geschichten und der „Ackermann von Böhmen“, ein Streitgespräch mit dem Tod. Nur neun Wiegendrucke haben sich aus Pfisters Offizin erhalten, mehrere davon nur in einem einzigen Exemplar. Die Staatsbibliothek Bamberg besitzt nur wenige Einzelblätter.

Die erhaltenen Werke Pfisters werden im Zuge des Online-Vortrags vorgestellt. Zu sehen sind Exemplare aus Bibliotheken in Deutschland, Großbritannien und USA, darunter auch Blätter aus dem Bamberger Exemplar des „Ackermann“, die sich heute in Oxford, Manchester und Princeton befinden.

Prof. Dr. Bettina Wagner ist seit 2016 Direktorin der Staatsbibliothek Bamberg und engagiert sich besonders für die Vermittlung historischer Buchbestände an eine breite Öffentlichkeit. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der universitären Lehre und in der Bibliothekarsausbildung. In regelmäßigen Ausstellungen und Sonderführungen präsentiert sie die vielfältigen Sammlungen der Staatsbibliothek. Dabei möchte sie zeigen, welche faszinierenden Einblicke in die Geisteswelt und Kultur der Vergangenheit mittelalterliche Handschriften, gedruckte Bücher der Frühen Neuzeit und historische Graphiken geben.

Nach dem Studium der Anglistik und Germanistik in Basel, Manchester und Oxford ist Alyssa Steiner seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin im SNF-Projekt „Sebastian Brant im Schnittfeld frühneuzeitlicher Textkulturen“ an der Universität Bamberg. In ihrem Promotionsprojekt beschäftigt sie sich mit vergeschlechtlichten Narrheitskonzeptionen in deutschen, im lateinischen und in französischen Narrenschiffen.

Dieser Vortrag ist der dritte innerhalb der dreizehnteiligen kostenfreien Online-Vortragsreihe Bamberger Buch-Geschichten. Von Oktober 2021 bis Februar 2022 erzählen Referentinnen und Referenten immer dienstags, in der Regel um 19:00 Uhr, Geschichten über Bücher und andere in Bibliotheken verborgene Schätze.

Zur Teilnahme benötigen Sie nur einen Internetzugang vom heimischen PC, Tablet oder Smartphone. Sie können den Vortrag über das kostenfreie Videokonferenzsystem Zoom verfolgen, entweder mit der entsprechenden App oder Ihrem Browser. Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit den Datenschutzrichtlinien einverstanden. Sämtliche Vorträge werden aufgezeichnet und anschließend auf dem YouTube-Kanal der Bayerischen Staatsbibliothek online gestellt.

Online unter bsb.bayern/sbbvortrag
Meeting-Kenncode: SBB#22
Meeting-ID: 960 499 6049

Per Telefon unter 0960 499-6049
Meeting-Kenncode: 705514
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