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Neue Residenz

In der Neuen Residenz in Bamberg residierten im 18. Jahrhundert die Bamberger Fürstbischöfe, die damals nicht nur die geistlichen, sondern auch die weltlichen Herren des Territoriums waren. Mit zwei langgestreckten Flügeln und dem abschließenden Vierzehnheiligenpavillon fasst der imposante Sandsteinbau zwei Seiten des Domplatzes ein. Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn hatte diese beiden Flügel 1697-1703 durch Johann Leonhard Dientzenhofer errichten lassen; es war der erste große barocke Schlossbau der Schönbornzeit in Franken. Doch wird die äußere Erscheinung bei weitem übertroffen von der Pracht der Innenausstattung. In den über 40 Prunkräumen, die glücklicherweise nicht durch Kriegszerstörung gelitten haben, strahlen noch heute die bedeutenden Stuckausstattungen, Möbel und Wirkteppiche des 17. und 18. Jahrhunderts die authentische Atmosphäre einer fürstlichen Residenz aus.

Den im 2. Obergeschoß gelegenen Kaisersaal freskierte der in Tirol geborene Maler Melchior Steidl 1707-1709 mit einer imponierenden Reihe von 16 überlebensgroßen Bildnissen deutscher Kaiser von Heinrich II., dem Gründer des Bistums Bamberg, bis zu dem zeitgenössischen, seit 1705 regierenden Habsburger Joseph I. An der Decke gesellen sich hierzu Allegorien der vier Weltreiche und der Jahres- und Tageszeiten, während als Krönung der Komposition im Zentrum die zeitlos gültige Allegorie des "Guten Regiments" im Triumphzug über den Himmel zieht.

Zu den wohl wertvollsten Ausstattungsstücken der Kaiserzimmer gehören die Wirkteppiche aus Beauvais in Frankreich. Eine der berühmtesten Teppichserien dieser Manufaktur, aus der insgesamt drei, um das Jahr 1730 entstandene Exemplare in Bamberg zu sehen sind, schildert in phantasievoll zusammengestellten, farbenprächtigen Szenen das Leben am Hofe des Kaisers von China. Ein Teppich zeigt den "Kaiser auf der Reise", auf einer von Dienern getragenen Sänfte unter einem zeltartigen Baldachin.

Ebenfalls in der ehemals fürstbischöflichen Residenz zu Bamberg sind Meisterwerke der Malerei der Spätgotik untergebracht, die aus den Beständen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Stadt Bamberg kommen (Gemäldegalerie). Die ausgestellten Werke fügen sich zu einem bedeutenden Ensemble bambergischer, fränkischer und kölnischer Malerei zusammen, das durch berühmte Bilder der Dürerzeit (Hans Baldung Grien, Hans von Kulmbach, Hans Wolff, Lucas Cranach d. Ä.) weitergeführt wird.

Unter den Gemälden befinden sich Hauptwerke aus der Sammlung Boiserée, der berühmten Sammlung altdeutscher Malerei, die König Ludwig I. von Bayern 1827 angekauft hatte (Tafeln des Heisterbacher Altares, Werke des Meisters des Marienlebens, des Meisters von St. Severin u. a.). Hinzu kommen Werke der fränkischen mittelalterlichen Malerei (Meister des Bamberger Klarenaltars, Bilder von Wolfgang Katzheimer, Tafeln des Meisters des Nothelferaltares und andere mehr).

In der Abteilung zum europäischen Barock soll mit Bildern aus dem ehemaligen Bamberger Kunstbesitz, ergänzt durch staatliche Depotbestände und Werke aus der städtischen Gemäldesammlung, ein Überblick über die Epoche gegeben werden (von Ruysdael, Francken über Joh. Kupetzky und Katharina Treu, einer Bamberger Malerin, bis zu Tischbein).

Führung, Besichtigung und weitere Informationen:
Schloss- und Gartenverwaltung Bamberg
Neue Residenz, Domplatz 8
96049 Bamberg
Telefon (09 51) 5 19 39 - 0
Telefax (09 51) 5 19 39 - 129
www.schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/bam_res.htm

 
 
 
 
Rosengarten

Neue Residenz · Domplatz 8 · D-96049 Bamberg
Tel. +49 951 95503-0 · Fax +49 951 95503-145
E-Mail: info@staatsbibliothek-bamberg.de